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Einem tollen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang kann ich einfach nicht widerstehen. Ich bin ein echter Fan von diesen tollen Farben am Ende des Tages. Doch die Realität ist, dass es Sonnenuntergangsaufnahmen wie Sand am Meer gibt. Wie schaffst du es also, dass sich deine Aufnahme von der Masse abhebt? Hier kommen ein paar Tipps, die mir dabei helfen.

Ich entdeckte diesen sorgfältig aufgebauten Stapel, als ich den Sonnenuntergang fotografierte und beschloss, ihn als mein Hauptinteressenspunkt zu verwenden. So beeindruckend dieser Sonnenuntergang auch war, reichte er allein für ein gutes Foto nicht aus.
ES GEHT NICHT UM DEN SONNENUNTERGANG
Die traumhaften Farben des Sonnenuntergangs sind zwar interessant, aber sie reichen definitiv nicht aus, um das Interesse des Betrachters aufrechtzuerhalten. Betrachte den Sonnenuntergang als Kulisse für dein Foto. Das, was du vor diese Farben setzt, ist entscheidend.
An einem großartigen Ort zu sein bedeutet nicht, dass du auch eine großartige Aufnahme machen wirst. Setzt man zwanzig Fotografen an einen Strand, an dem gerade die Sonne untergeht, erhält man mindestens zwanzig verschiedene Variationen des Ende des Tages – einige davon sind gut, andere nicht. Ein gutes Foto braucht Zeit, ein Verständnis für Komposition sowie einen kreativen Einfall.
WAS IST DER INTERESSANTE PUNKT?
Ein interessanter Punkt ist das, was deine Sonnenuntergangsaufnahme von allen anderen abheben wird. Das Konzept ist ziemlich einfach: Füge etwas in dein Foto ein, das die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht, und zwar länger als nur einen kurzen Augenblick. Bei den meisten Fotos wird es etwas sein, das bereits an diesem Ort vorhanden ist: ein Stück Treibholz, ein interessanter Felsen, die Silhouette eines Baumes oder Gebäudes, Menschen, die am Strand spazieren gehen ... Ich denke, du hast es verstanden.

Die untergehende Sonne trägt zwar zu diesem Bild bei, der Hauptfokuspunkt liegt jedoch auf den Rissen in den Felsen. Eine präzise Kameraplatzierung sorgte dafür, dass die Sonne, ihre Reflexion sowie die Spalten gut zueinander passten.
VERMEIDE ABLENKUNGEN
Sobald du deinen wichtigsten Punkt bestimmt hast, suche den gesamten Sucher ab und achte auf alles, was die Schärfe beeinträchtigen könnte und versuche, es zu beseitigen. Ablenkungen können Zaunpfähle oder Stromleitungen, Menschen oder Fahrzeuge, aber auch ein unerwünschter Ast sein, der in den Rahmen ragt. Wenn du deine Kamera nur ein paar Zentimeter in die eine oder andere Richtung bewegst, kann das bereits die Lösung sein. Unter anderen Umständen musst du vielleicht einige Minuten warten, bis das störende Auto aus der Komposition herausgefahren ist.
DEINE AUFNAHME UMRAHMEN
Die Verwendung eines natürlichen Rahmens in deinem Bild kann dem Foto Tiefe verleihen und dein Hauptmotiv festigen.

Ein natürlicher Rahmen kann dem Foto Tiefe und Interesse verleihen. Ich habe auch die integrierte Fokus-Stacking-Funktion verwendet, um die Schärfe des gesamten Bildes zu gewährleisten – lies weiter!
IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT
Sobald die Sonne untergeht, ist es Zeit, das Stativ herauszuholen. Jetzt kommst du in den Bereich der längeren Verschlusszeiten. Meine OM SYSTEM Kameras verfügen über eine hervorragende Bildstabilisierung und können bei Geschwindigkeiten von 1/2 Sekunde oder länger aus der Hand fotografiert werden. Ich vertraue darauf, dass meine Kamera aus der Hand gute Ergebnisse liefert. Der eigentliche Grund, warum ich ein Stativ benutze, ist jedoch der, dass ich dadurch gezwungen bin, langsamer zu werden und mich auf die Komposition zu konzentrieren. Darauf kommt es wirklich an. Natürlich können einige der besten Farben erst 15 bis 20 Minuten nach Sonnenuntergang entstehen, wenn sich der Himmel bereits stark verdunkelt hat und längere Verschlusszeiten erforderlich sind.
LANG, LÄNGER, AM LÄNGSTEN
Die bei Sonnenuntergängen erforderlichen längeren Belichtungszeiten können zu deinem Vorteil werden. Am Ende des Tages begebe ich mich für viele meiner Bilder ans Wasser. Wenn sich die Wellen am Strand brechen, verwende ich gerne längere Belichtungszeiten, um das bewegte Wasser zu glätten und den seidigen Look zu erzeugen, den viele Fotografen anziehend finden. Diesen Look erhält man ganz einfach mithilfe der LiveND-Funktion. Normalerweise stelle ich ND64 ein und verwende eine halbe Sekunde Belichtungszeit. Für einen völlig anderen Look deiner Sonnenuntergangsaufnahme versuche es mit viel längeren Belichtungszeiten, etwa zwischen 30 und 60 Sekunden. Dadurch entsteht ein malerischer Effekt bei den Wolken und das Wasser wird zu Glas. Möglich ist dies mit LiveND. Unter Umständen solltest du aber auch einen normalen Neutraldichtefilter auf dein Objektiv setzen, wenn es draußen noch zu hell ist.

Dank LiveND konnte ich eine etwas längere Belichtungszeit verwenden, ohne einen ND-Filter einsetzen zu müssen.


Die Verwendung von viel längeren Belichtungszeiten kann zu völlig anderen Ergebnissen führen. Nachdem ich das erste Bild meiner Enkelin mit 1/80 Sekunde aufgenommen hatte, war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich schaltete LiveND ein und setzte meinen 10-Stop-ND-Filter ein. Dadurch entstand ein viel interessanteres Bild.
DAS KLASSISCHE LANDSCHAFTSFOTO
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Aufnahme zu komponieren. Allerdings ist es schwierig, die klassische Landschaftsaufnahme mit einem klaren Vorder-, Mittel- und Hintergrund zu übertreffen. Bei dieser Art von Bildern sind meist auch mehrere Motive enthalten. Oft weist der Vordergrund einige feinere Details auf, beispielsweise interessante Felsen, Fußabdrücke im Sand oder andere kleinere Objekte. Der Mittelgrund enthält die Hauptlandschaft der Szene, beispielsweise sanfte Hügel oder den Strand, der sich in der Ferne erstreckt. Der Hintergrund ist der Himmel. Die Versuchung ist groß, beim Fotografieren eines Sonnenuntergangs den Himmel zum dominierenden Element zu machen. Schließlich kommt das ganze gute Licht von dort. Dennoch empfehle ich dir, dieser Versuchung zu widerstehen und stattdessen das Bild so einzurahmen, dass der Himmel nur 1/3 oder sogar weniger des Bildes einnimmt. Dadurch wirst du nämlich gezwungen, mit den Elementen im Vordergrund interessantere Kompositionen zu schaffen. Eine Möglichkeit, den Vordergrund dominanter zu gestalten, besteht darin, vertikal zu fotografieren. Viele meiner Lieblingssonnenuntergangsbilder habe ich vertikal aufgenommen.

So schön dieser Sonnenuntergang auch ist, ich habe die Menge des Himmels auf dem Foto begrenzt, um mich mehr auf den unmittelbaren Vordergrund – das Durcheinander von Felsen am Ufer – konzentrieren zu können.

MAXIMIERE DEINE SCHÄRFENTIEFE
OM SYSTEM Kameras verfügen über eine Reihe von Rechenfunktionen, die ich in meiner Fotografie regelmäßig verwende. Am häufigsten verwende ich jedoch die Fokus-Belichtungsreihe und -Stacking. Dadurch kann ich ganz nah herankommen – nur wenige Zentimeter an das Vordergrundmotiv – und mit einem einzigen Klick auf den Auslöser eine Serie von Fotos aufnehmen, welche übereinandergelegt mein Bild durchgehend klar macht. Dies ist mit einem einzelnen Bild – egal wie klein die Blende – nicht machbar.

Das geschichtete Gestein auf der linken Seite dieses Bildes war nur wenige Zentimeter vom vorderen Objektivelement entfernt. Damit das gesamte Foto scharf wird, aktivierte ich die integrierte Fokus-Stacking-Funktion. Insgesamt wurden 8 Bilder aufgenommen. Obwohl die Kamera automatisch einen Stapel erstellt, verwende ich die RAW-Bilder und staple sie in der Nachbearbeitung.
DAS LICHT AUSTRICKSEN
Wir alle haben schon Fotos gesehen (und vermutlich auch selbst gemacht), bei denen das Vordergrundmotiv zu dunkel ist oder der Himmel viel zu hell erscheint. Dies ist ziemlich typisch für Fotos, die am Tagesanfang oder -ende aufgenommen werden. Für den Kamerasensor ist es schwierig, sich auf den Lichtunterschied zwischen Himmel und Boden einzustellen. Um dies zu kompensieren, verwende einen graduierten Neutraldichtefilter (GND). Es handelt sich um ein dünnes Stück Glas, das von oben nach unten von neutralem Grau in Klarglas übergeht. Damit kann der Himmel abgedunkelt und der Vordergrund aufgehellt werden, was zu einer viel ausgewogeneren Belichtung führt. In der Regel verwende ich einen 4-Blenden-Hard-GND, da ich bei den meisten meiner Bilder mit einem ziemlich geraden Horizont zu tun habe.
KREIERE STIMMUNGSVOLLES
Die typische Sonnenuntergangsaufnahme hat leuchtende Pastelltöne, welche meist durch höher gelegene Cirruswolken entstehen. Unter solchen Bedingungen zu fotografieren, hat durchaus seinen Reiz. Dichtere, tief hängende Wolken oder Nebel können allerdings viel interessantere und stimmungsvollere Bilder hervorbringen. Im Grunde erzeugen höhere Wolken bei Sonnenuntergang Pastellfarben, die ziemlich lange anhalten können. Niedrigere Wolken führen zu satteren, dunkleren Farben, die jedoch nur wenige Minuten oder sogar noch kürzer anhalten können.

Ein dunklerer Himmel kann für stimmungsvollere Aufnahmen sorgen. Dieses Foto habe ich absichtlich unterbelichtet, um die Stimmung zu unterstreichen. Und LiveND habe ich verwendet, um das Wasser zu glätten.

Ein nebliger Morgen kann zu stimmungsvollen Aufnahmen beitragen und auch noch lange nach Sonnenaufgang ein sehr angenehmes Licht erzeugen. Ich habe einen EV von -1,3 verwendet, um die Details im Himmel zu erhalten.
ZOOME HERAN
Die Landschaftsfotografie ist die am einfachsten zu erlernende Art der Fotografie. Eigentlich brauchst du nur eine Kamera und ein Weitwinkelobjektiv. Dazu noch ein Stativ und vielleicht ein GND-Filter und du kannst tolle Landschaftsaufnahmen machen. Obwohl wir bei unseren Sonnenuntergangsaufnahmen üblicherweise eine relativ große Weite einfangen wollen, solltest du auch ein gutes Teleobjektiv (Kleinbildäquivalent von 300 mm oder mehr) in deine Kameratasche packen.
Teleobjektive werden in der Regel für die Tier- und Sportfotografie verwendet. Die Fähigkeit dieser Objektive, den Raum zu komprimieren und Merkmale zu vergrößern, kann sie auch zu einer nützlichen Option für Sonnenuntergangsaufnahmen machen.

Dieses Bild habe ich an Bord eines Kreuzfahrtschiffes in die Antarktis aufgenommen. Die einzige Möglichkeit, die entfernten Details zu fotografieren, war mit einem langen Objektiv

LASS UNS ÜBER DIE DETAILS REDEN
Das ist die Ausrüstung, mit der ich fotografiere, und die Einstellungen, die ich normalerweise verwende:
Ausrüstung
- OM SYSTEM OM-1
- M.Zuiko Objektive – meine Favoriten für die Aufnahme von Sonnenauf- und -untergängen sind das M.Zuiko 8–25 mm F4 PRO und das 12–100 mm F4 IS PRO
Einstellungen
- Blendenpriorität-Modus
- RAW
- ISO 200 (ein niedriger ISO-Wert erzeugt ein saubereres Bild mit weniger Rauschen als eine höhere ISO-Einstellung)
- Blende f/6.3 bis f/8 je nachdem, wie viel Schärfentiefe ich möchte
- Verschlusszeit Bei Blendenpriorität wählt die Kamera die Verschlusszeit. Wenn die Kamera eine Verschlusszeit wählt, die zu lang ist, verwende ich ein Stativ. Schließlich geht es mir bei dieser Art von Aufnahmen normalerweise nicht darum, das Geschehen einzufrieren.
Abschlussworte und Bilder
Wie bei vielen Dingen im Leben hängt ein gutes Endergebnis davon ab, wie viel Arbeit man in die Projektvorbereitung gesteckt hat. Mit ein wenig Planung und einem guten Verständnis für Kompositionstechniken kannst du Fotos machen, mit denen du zufrieden bist und die die Aufmerksamkeit anderer auf sich ziehen.
Im Laufe der Jahre habe ich viel mehr schlechte als gute Sonnenaufgangs- oder Sonnenuntergangsaufnahmen gemacht. Meine Leidenschaft für das Handwerk sowie meine Liebe zur Natur motivieren mich, unermüdlich nach der nächsten großartigen Aufnahme zu suchen. Und schließlich wird die Sonne wieder aufgehen (und untergehen).




